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   Informationen für Pferdebesitzer

Hier finden sie weitergehende interessante Informationen zu:

Impfungen
  • Tetanus
  • Tollwut
  • Pferdeinfluenza
  • Equine-Herpesvirus-Infektion
  • Equiden Pass

    Stress beim Pferd

  • Definition von Stress
  • Ablauf der Stressreaktion
  • Ursachen von Stress (Stressoren)
  • Erkennung von Stress
  • Prävention von Gesundheitsschäden durch Stress
  • Chiropraktik

    Weiterführende Fachartikel
    Impfungen

    Tetanus, Tollwut, Pferdeinfluenza und die Equine-Herpesvirus-Infektion lassen sich durch rechtzeitige Impfungen verhüten. Jedes Pferd sollte daher über einen frühzeitigen und vollständigen Impfschutz bezüglich dieser Erkrankungen verfügen.

    Tetanus = Wundstarrkrampf

    Tetanus ist eine schnell bis sehr schnell verlaufende Erkrankung des Zentralennervensystems (ZNS), die durch eine Vergiftung mit dem Tetanustoxin verursacht wird. Dabei dringen Tetanussporen (Clostridium tetani) über eine Wunde in den Organismus ein. Schließt sich die Läsion nach außen ab, so dass es zu sauerstoffarmen (anaeroben) Verhältnissen kommt, keimen die Sporen aus und entwickeln sich zu Stäbchenbakterien, die anschließend das Toxin bilden. Die Erreger sind weltweit verbreitet (ubiquitär) und sind häufig in versporter Form im Boden zu finden. Das Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch einen Dauerkrampf der Muskulatur. Dabei entsteht die typische sägebockartige Stellung. Beim Pferd verläuft die Erkrankung sehr häufig tödlich. Eine (in jedem Fall sehr kostenintensive) Behandlung hat in der Regel nur bei unvollständig entwickeltem Krankheitsbild Aussicht auf Erfolg. Deshalb ist eine vorbeugende (prophylaktische) Schutzimpfung zwingend notwendig (siehe Impfschema). Bei neugeborenen Fohlen, die nicht ausreichend Erstmilch (Kolostrum) erhalten haben oder die von nicht geimpften Müttern stammen, ist eine passive Impfung mit Tetanus-Immunserum wichtig. Eine passive Schutzimpfung ist auch immer bei verletzten ungeimpften Pferden dringend geboten.

    Tollwut

    Die gefürchtete Tollwut ist eine tödlich endende, virusbedingte Erkrankung des Zentralennervensystems (ZNS). Sie kommt beim Menschen, theoretisch bei allen Säugetieren und bedingt auch bei Vögeln vor und wird mit dem infektiösen Speichel meistens durch Bißverletzungen übertragen. Die Zeit zwischen Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Krankheitserscheinungen (Inkubationszeit) schwankt in der Regel zwischen 14 und 60 Tagen (in Ausnahmefällen sogar zwischen einer Woche und weit über sechs Monaten). Der klassische Tollwutverlauf (die sog. rasende Wut) umfasst drei Stadien. Die einhalb bis drei Tage dauernde Frühphase (Prodomalstadium) ist gekennzeichnet durch ein verändertes Verhalten wie z.B. Schreckhaftigkeit, Unruhe, Scheu, Zuckungen und Juckreiz. Das anschließende Erregungsstadium (Exzitationsstadium) wird mit gesteigerter Unruhe und Aggressivität wie z.B. Beißen und Schlagen beschrieben. Zum Schluß führt das ca. 3 bis 4 Tage vor dem Tode eintretende Lähmungsstadium (Paralysestadium) zu Schluckbeschwerden, Speichelfluß, Stimmveränderung, Nachhandlähme bis hin zum Festliegen. Beim Pferd dominiert jedoch häufig die sog. stille Wut, bei der das 2. Stadium fehlt und das Krankheitsbild durch Lähmungserscheinungen beherrscht wird. Die Tollwutprophylaxe (siehe Impfschema) erfolgt mit den heute gut verträglichen Impfstoffen. Die Impfung schützt nicht nur vor der Erkrankung des Pferdes, sondern mindert auch das Infektionsrisiko für den Menschen. Ist ein Pferd bereits an Tollwut erkrankt, so ist eine Impfung verboten.

    Pferde-Influenza

    Die Influenza, auch Pferde-Grippe genannt, ist eine schnell verlaufende und sehr stark ansteckende (hochkontagiöse) Allgemeinerkrankung, wobei die Atemwege bevorzugt befallen werden. Bereits nach einer sehr kurzen Inkubationszeit von 18 Stunden bis 3 Tagen kommt es zu einer schlagartigen Ausprägung des Krankheitsbildes. Auffällige Rötung der Schleimhäute mit sofort anschließendem wässrigen Nasen- und Augenausfluß, sowie kurzdauerndes hohes Fieber (bis über 40°C) fallen im Anfangsstadium auf. Das Hauptstadium ist charakterisiert durch trockenen, lauten, kräftigen und schmerzhaften Husten. Oft zeigen erkrankte Pferde zu diesem Zeitpunkt eine leichte Gelbfärbung der Schleimhäute, Muskelschmerz, Ödeme in den Gliedmaßen und Abgeschlagenheit. Wird eine strikte Arbeitsruhe und Streßvermeidung eingehalten (Faustregel: eine Woche pro Fiebertag), tritt bereits in komplikationslosen Fällen nach ein bis drei Wochen die Genesung ein. Sehr gefürchtet sind die Komplikationen der Influenza, als die wichtigsten sind bakteriellen Superinfektionen zu nennen. Sie können Spätfolgen wie dauerhafte Lungenschädigungen und Herzmuskelerkrankungen nach sich ziehen. Eine regelmäßige Schutzimpfung gegen Pferde-Influenza verhindert den Krankheitsausbruch oder führt zumindest bei Infektionen durch antigendriftveränderte Viren zu einem deutlich milderen Krankheitsverlauf. Wichtig ist, daß die eingesetzten Impfstoffe Antigenkomponente gegen verschiedene Influenza-A-Equi-Subtypen enthalten und außerdem den jeweiligen aktuellen Seuchenstamm (z.Z. Influenza A/Equi2/Newmarket/2/93) berücksichtigen. Eine wirksame Bekämpfung der Pferde-Influenza ist wegen der sehr weiten Verbreitung nur durch eine regelmäßige Impfung der gesamten Pferdepopulation (einschließlich der Absatzfohlen, 1-2 Jährigen und pensionierten Pferden) möglich. Um das Risiko der Seuchenverbreitung zu drosseln, ist es mittlerweile für Sportveranstaltungen und Ausstellungen von den Pferdesportvereinigungen vorgeschrieben, dass nur Pferde mit ausreichendem Impfschutz teilnehmen dürfen. Die Influenza-Impfung der Pferde nutzt auch der Gesundheit des Menschen. Denn Influenza-Infektionen von Pferd zu Mensch werden unterbunden und damit auch Mischinfektionen (Humane- und Pferde-Influenza-Ansteckung), die in seltenen Fällen durch Rekombinationen (Antigenshift) zum Entstehen ganz neuer Subtypen führen können.

    Equine-Herpesvirus-Infektion

    Für das Pferd konnten mittlerweile fünf verschiedene Herpesviren-Stämme charakterisiert werden. Von großer Bedeutung sind vor allem das Equine Herpesvirus 1 (EHV 1) und das Equine Herpesvirus 4 (EHV 4). Das EHV 1 (bekannt als der Erreger des Virusabortes und der Encephalomyelitis) kann Atemwegserkrankungen, Aborte, lebensschwache Fohlen und Lähmungen durch nervale Störungen mit evtl. Todesfolge verursachen, während das EHV 4 (bekannt als der Erreger der Rhinopneumonitis) hauptsächlich Atemwegserkrankungen hervorruft. Neuere Erkenntnisse zeigen, dass auch das EHV 4 in seltenen Fällen Aborte und zentralnervöse Störungen auslösen kann. Sowohl EHV 1- wie EHV 4-Infektionen verlaufen in einem hohen Prozentsatz klinisch nicht wahrnehmbar (inapparent). Dabei kann es zu einer zeitlich begrenzten als auch lebenslangen (persistierenden) Ansteckung kommen. Persistent infizierte Pferde gelten als Virusreservoire und bilden eine ständige Ansteckungsgefahr für andere Pferde. Jederzeit kann es bei ihnen zu einer Reaktivierung der Infektion (z.B. durch Streß oder Immunsuppression) kommen. Als Folge kann es neben einer Virusausscheidung zur Aktivierung der oben aufgelisteten Krankheitsbilder führen. Durch eine konsequente Impfung (siehe Impfschema) können nichtinfizierte Pferde vor einer Erstinfektion geschützt werden. Bei persistent infizierten Pferden kann durch die Impfung eine Reaktivierung der Erkrankung sowie die Virusausscheidung weitgehend verhindert werden.

    Zusammengefasstes Impfschema für Pferde

         Grundimmunisierung     Wiederholungsimpfungen

    Tetanus Tollwut Pferde-Influenza Equine-Herpesvirus-Infektion

    * für Fohlen, deren Mütter zur Zeit der Trächtigkeit keine ordnungsgemäße Impfung erhalten haben, empfiehl sich die Grundimmunisierung mit 4 Monaten zu beginnen.

    Equiden Pass

    Seit dem 1.Juli 2000 schreibt der Gesetzgeber für alle Einhufer einen Personalausweis vor - den Equiden- oder Pferde-Pass. Das Dokument muss ein Tier lebenslang begleiten (auch bei Besitzerwechsel) und dient zur eindeutigen Identifizierung des Pferdes, der Dokumentation bestimmter Arzneimittelanwendungen und der zentralen Registrierung.

    Wo erhalten sie den Equiden-Pass

    Das Antragsformular kann über die FN bezogen werden. Ihr Tierarzt oder ein Brennbeauftragter muss das darin enthaltene Körperdiagramm zur Dokumentation der individuellen Abzeichen ausfüllen. Für Pferde, die an Turnieren der Kategorie A oder B teilnehmen, schreibt die FN eine aktive Kennzeichnung über Microchip oder Brand vor. Diese Art der Kennzeichnung ist ebenfalls vorgeschrieben bei Pferden ohne eindeutige optische Identifizierungsmerkmale. Die Kennzeichnung durch einen Microchip erfolgt durch den Tierarzt. Er injiziert einen kleinen Transponders unter die Haut, der eine fälschungssichere Kennzeichnung des Tieres gewährleistet. Im Equiden-Pass müssen sie selbst festlegen, ob das Tier jemals der Nahrungsmittelkette zugeführt werden soll oder nicht. Dies hat Auswirkungen auf die für eine Therapie zur Verfügung stehenden Medikamente (siehe unten). Die Entscheidung für die Nichtschlachtung ist unwiderruflich und gilt auch bei Besitzerwechsel. Aus medizinischer Sicht ist diese Entscheidung empfehlenswert. Außerdem entfallen dadurch die umfangreichen Dokumentations- und Aufzeichungspflichten im Rahmen eines Bestandsbuches. Sie hat aber auch tierschutzrechtliche Konsequenzen: Können diese Tiere ihrem Nutzungszweck nicht mehr gerecht werden, ist ihnen das Gnadenbrot zu gewähren solange keine tierschutzrelevanten Gründe entgegenstehen. Lassen sie sich von ihrem Tierarzt beraten. Die vollständig ausgefüllten Antragsunterlagen werden an die FN weitergeleitet. Von dort erhalten sie Ihren Equidenpass.

    Der Equidenpass - Ausweg aus dem Therapienotstand?

    Pferde und andere Einhufer gelten dem Gesetz nach als Lebensmittel liefernde Tiere. Für diese gelten zum Schutz des Verbrauchers strenge Bestimmungen bezüglich der Anwendung von Arzneimitteln. Dadurch stehen Arzneimittel für Pferde nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung.

    Bestimmte nicht für Lebensmitteltiere zugelassene Arzneimittel dürfen aber im Einzelfall mit der Einschränkung eingesetzt werden, dass eine Schlachtung frühestens 6 Monate nach der letzten Anwendung erfolgt. Zur Sicherstellung dieser Auflage darf der Tierarzt solche Arzneimittel nur anwenden, wenn er die Anwendung im Equidenpass dokumentiert. Ein weiteres Spektrum von Arzneimitteln darf der Tierarzt nur einsetzen, wenn das betreffende Tier niemals zur Schlachtung kommen wird. Die Entscheidung darüber obliegt dem Besitzer und muss im Equidenpass festgehalten werden. Sie ist unwiderruflich.
    Stress beim Pferd

    Definition von Stress

    Stress ist eine unspezifische, komplexe Reaktion des Gesamtorganismus auf äußere und innere Belastungen bzw. Veränderungen (Stressoren). Er manifestiert sich in einer erhöhten Aktivität des sympatischen Nervensystems und des Endokrinums, sowie gegebenenfalls auch in einer Änderung des Verhaltens. Diese Stressreaktion hat den Charakter einer physiologischen Anpassungsreaktion zur Steigerung des Leistungsvermögens. Ziel ist eine Vermeidung bzw. Entschärfung von einwirkenden Stressoren.

    Ablauf der Stressreaktion

    Die physiologische Stressreaktion kann in drei Kategorien eingeteilt werden: Verhaltensänderung, Reaktion des sympatischen Nervensystems und Reaktion des neuroendokrinen Systems. Die Verhaltensänderung ist die früheste Reaktion auf eine Stressituation und ist vornehmlich eine Vermeidungsreaktion (z.B. Scheuen eines Pferdes beim Verladen auf einen Hänger). Sie ermöglicht dem Pferd den Stress, dem es ausgesetzt ist, zu reduzieren. Die Reaktion des sympatischen Nervensystems ist ebenfalls eine unmittelbare, aber kurze Reaktion auf das Einwirken eines Stressors. Sie ist geprägt von der Ausschüttung der Botenstoffe Adrenalin (A) und Noradrenalin (NA) aus der Nebenniere ins Blut. Diese lösen im Körper eine Vielzahl von Reaktionen aus, die alle dazu dienen, dem einwirkenden Stressor zu entfliehen oder mit der Situation fertig zu werden ("flight or fight reaction"). Die Pupille weitet sich und das Atemvolumen sowie der Muskeltonus werden gesteigert. Infolge einer Steigerung der Herzfrequenz und einer Minderdurchblutung der in der Stressituation unwichtigen Organe (z.B. Magen-Darm-Trakt, Haut) erhöht sich der Blutdruck. Charakteristisch ist auch die Mobilisierung der im Fett und im Glycogen gespeicherte Energie, um so der Muskulatur ausreichend Brennstoffe zur Verfügung zu stellen. Die Reaktion des neuroendokrinen Systems tritt verzögert ein und hat eine längere Wirkungsdauer. Glucocorticoide werden aus der Nebenniere freigesetzt und bewirken unter anderem eine Energiebereitstellung durch Gewebeabbau. Weiterhin wirken sie antientzündlich und hemmen das Immunsystem.

    Stressreaktionen können auch pathogene (gesundheitsschädigende) Wirkung haben. Pathogen sind insbesondere Situationen, bei denen das Leistungsvermögen durch Stress gesteigert, Leistung dann aber nicht abgefordert wird (frustraner Stress). Bei einigen Krankheiten ist die Beteiligung von Stress an der Krankheitsentstehung gesichert (z.B. Magengeschwür, Belastungsmyopathie, Colitis X, Hufrehe), bei anderen zumindest wahrscheinlich (z.B. periodische Augenentzündung, Kolik, Abort, bestimmte Krebsarten).

    Anhaltender oder häufiger Stress führt zudem wegen der gewebeabbauenden und immunsuppressiven Wirkung der Glucocorticoide zu einer Schwächung des gesamten Organismus und des Immunsystems, was als Folge Leistungsschwäche, Verletzungen bei Belastung sowie Aktivierung oder Reaktivierung von Infektionskrankheiten (z.B. Atemwegsinfektionen) hervorrufen kann.

    Ursachen von Stress (Stressoren)

    Die Ursachen von Stress können vielfältig sein. Die im folgenden aufgeführten Stressoren stellen Beispiele dar. Neben der Stärke der Belastung bzw. Veränderung wird die hervorgerufene Stressreaktion von der Persönlichkeit des Pferdes beeinflusst. Wie der Mensch reagiert jedes Pferd individuell auf Stress.

    Erkennung von Stress

    Beschleunigung der Atmung und des Herzschlages, erhöhter Muskeltonus sowie erweiterte Pupillen sind klinische Anzeichen von akutem Stress. Anhaltender oder häufiger Stress kann sich durch stumpfes Haarkleid, Gewichtsverlust, Verspannungen in der Muskulatur, Leistungs- und Konzentrationsschwäche, Verletzungsanfälligkeit bei Belastung und Infektionsanfälligkeit manifestieren. Labordiagnostische Untersuchungen können die Verdachtsdiagnose erhärten. Eine Erhöhung der Milchsäurekonzentration im Blut spiegelt die kurz- bis mittelfristig veränderte Stoffwechsellage in der Muskulatur (Tonuserhöhung, anaerobe Glycolyse) wider. Langfristig kann eine erhöhte Kortisolkonzentration im Blut und eine Absinken bestimmter weißer Blutzellen (Eosinopenie, Lymphopenie = Stressleukogramm) nachgewiesen werden.

    Prävention von Gesundheitsschäden durch Stress

    Nicht jeder Stress ist schädlich für den Organismus. Frustraner Stress sowie anhaltender oder häufiger Stress sollten aber, soweit es geht, vermieden bzw. abgestellt werden. Durch den Bedürfnissen angepasste Stallungen, pferdegerechte Fütterung, ein gutes Stall- und Turniermanagement können die oben aufgeführten Stressoren vermieden bzw. verringert werden. Sportpferde sollten ihrem Leistungsniveau entsprechend gefordert und eingesetzt werden. An neue Übungen muß das Pferd vorsichtig und besonnen herangeführt werden.

    Aus medizinischer Sicht empfiehlt sich ein effektives Impf- und Entwurmungsmanagement einzuführen. Gegen Influenza-, Herpes- und Reovirus-Infektionen sollte 2 x im Jahr der gesamte Stall geimpft werden. Gerade Sportpferde sind durch Transport, Training und Turniere bzw. Rennen zahlreichen Stressoren ausgesetzt, die das Immunsystem nachteilig beeinflussen. Ohne ausreichenden Impfschutz ist das Risiko eine Atemwegserkrankung zu entwickeln hoch. Sinnvoll ist außerdem eine 4malige Entwurmung (Rundwürmer) pro Jahr. Im Winter sind zusätzlich die Magendasseln zu bekämpfen. Bandwürmer sind bei Verdacht zu behandeln.

    Bei einem jährlicher Gesundheitscheck, der neben einer klinischen auch eine labordiagnostische Untersuchung umfasst, können Stressoren wie Infektionen, Vergiftungen, Überbelastungen, Mangelernährung frühzeitig erkannt und abgestellt werden. Die Wahl der Narkose bei Operationen hat, wie Untersuchungen gezeigt haben, Einfluß auf den auf das Pferd einwirkenden Stress. Narkosen unter Verwendung von Azapromazin, Thiopentonen und Halothan führten zu höheren Kortisol und Laktatwerten im Blut, also zu einer höheren Stressbelastung, als Narkosen mit Barbituraten.

    Nicht jeder Stress ist vermeidbar. Ein Pferd muss daher auch lernen Stress zu bewältigen und durch gewisse Routine denselben gar nicht erst aufkommen zu lassen. Bestimme vitamin B- und magnesiumhaltige Futterergänzungsmittel können dem Pferd helfen, die einwirkenden Reize aus seiner Umgebung besser zu sortieren und einzuordnen und so die Ansprechbarkeit gegenüber Stressoren zu vermindern.
    Chiropraktik

    Oxsprung Aufnahme

    Chiropraktik ist eine manuelle Behandlungsmethode, die bei vielen Gesundheitsproblemen und Rittigkeitsproblemen des Pferdes eingesetzt werden kann. Gelenke können in ihrer normalen Beweglichkeit eingeschränkt sein. Diese Blockaden führen zu Bewegungsstörungen und haben Einfluß auf das Nervensystem und somit auf den gesamten Organismus. Demzufolge kann es zu Leistungsminderung, Muskelverspannungen und Schmerzen bis hin zu inneren Krankheiten kommen. Die Wirbelsäule spielt in der Chiropraktik eine besonders wichtige Rolle, da zwischen den einzelnen Wirbelkörpern Nerven aus dem Rückenmark treten und Muskeln sowie Organe versorgen.

    Oxsprung Aufnahme

    Bei einer chiropraktischen Behandlung untersuche ich jedes einzelne Gelenk auf seine Beweglichkeit hin und löse Blockaden durch einen sehr schnellen kurzen Ruck, der mit den Händen direkt am entsprechenden Wirbel bzw. am Gelenk ausgeführt wird. Durch diese gezielte manuelle Behandlung wird das betroffene Gelenk leicht über seine normale Beweglichkeit hinaus bewegt, ohne daß hierbei anatomische Grenzen überschritten werden. Bei den meisten Pferden zeigt sich nach ein bis vier Behandlungen eine deutliche Besserung. Während chronische Beschwerden mehrere Behandlungen erfordern, kann bei akuten Problemen eine Behandlung ausreichen.

    Oxsprung Aufnahme

    Die Chiropraktik kann sowohl bei akuten als auch bei chronischen Problemen des Haltungs- und Bewegungsapparates eingesetzt werden. Bei chronischen Gliedmaßenerkrankungen wie z. B. Spat, Hufrollenentzündungen oder Sehnenproblemen kann eine begleitende Behandlung die Heilung unterstützen und sekundär auftretende Rückenprobleme verhindern. Bei Sportpferden dient die chiropraktische Behandlung der Erhaltung der Leistungsfähigkeit. Sie stellt die Gelenkbeweglichkeit oder die gestörte Wirbelsäulenstatik wieder her und ermöglicht so dem Pferd sein volles Leistungspotential zu nutzen. Die Chiropraktik kann weiterhin als prophylaktische Maßnahme zur Erhaltung der Gesundheit und zur Steigerung der Lebensqualität sowohl bei alten als auch bei jüngeren Pferden eingesetzt werden.

    Chiropraktik ersetzt nicht die traditionelle Veterinärmedizin, bietet jedoch insbesondere bei der Behandlung von Funktionsstörungen der Wirbelsäule sowie bei vielen akuten und chronischen Schmerzzuständen mechanischen Ursprungs eine sinnvolle Ergänzung. Sie behandelt nicht die Symptome, sondern die Ursache von Problemen des Bewegungs- und Haltungsapparates.

    Weitere Informationen finden sie auf der Homepage der International Veterinary Chiropractic Association unter www.ivca.de.
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